Wie gefährlich sind Reinigungsmittel für unsere Umwelt?

Der Einsatz von antibakteriellen Reinigungsmitteln

Indugastra Bolg: blaues Waschspray„Es soll doch alles sauber sein!“ Darum wird geputzt und geputzt und kein Ende ist in Sicht. Wir wollen mit dieser Sauberkeit, ob im Haushalt oder in der Industrie, die überall lauernden Bakterien -z.B. Salmonellen, Staphylococcen und Escheriae – bekämpfen. Es sind viele für uns unsichtbare Lebewesen, mit denen wir unser Wohnumfeld und unseren Lebensbereich teilen. Einige davon sind Bakterien, Viren, Hefen und Pilzsporen, auch unter den Namen Mikroben bekannt. Aufgefordert durch die Werbung, sollen wir unsere Umwelt durch Gebrauch von neuartigen Reinigern nicht nur sauber, sondern keimfrei halten. Reicht herkömmliche Reinigung mit Waschpulver und Seife nicht mehr aus? Diese Frage lässt manchen ins Grübeln kommen.

Eine Untersuchung zeigt, dass 2002 in Deutschland 5.600 neue Wasch-und Reinigungsmittel für häusliche, gewerbliche und industrielle Anwendungen angemeldet wurden. Im Jahr 2003 erhöhte sich das Angebot auf insgesamt 58.000 Mittel, die von 3.650 Unternehmen hergestellt wurden, davon haben 250 Unternehmen erstmalig Reinigungsmittel hergestellt. Folglich ist es nicht weiter verwunderlich, dass wir in den Geschäften zwischen zigtausend von Wasch-und Reinigungsmitteln wählen können. Der Bestand von keimtötenden und antibakteriellen Reinigungsmitteln im Haushalt nimmt stetig zu.

 

Wasch-und Reinigungsmittel

Die Lebensqualität und die Lebenserwartung der Menschen haben sich durch Sauberkeit und Hygiene deutlich verbessert. Die etwa 1.3 Millionen Tonnen Reinigungsmittel, die jährlich allein in Deutschland an private Haushalte verkauft werden, sind eine Gefährdung für die Gesundheit und Umwelt. Trotzdem sind sie nicht mehr wegzudenken.

 

Entwicklung von Reinigungsmittel und Umweltverschmutzung

Indugastra Blog: Seife mit Schleife auf einem HandtuchWaschen war früher für Frauen harte Arbeit! Die Wäscherinnen weichten die Wäsche in Seifenlauge ein, kneteten sie und rieben sie auf dem Waschbrett. Seit Jahrtausenden nutzten die Menschen Seife zum Waschen. Entstanden ist sie aus einem einfachen Rezept: Holzasche mit Öl oder Talg kochen. Man erhält somit eine fettlösende Lauge, die Schmutz und auch gesundheitsgefährdende Bakterien entfernt. Schon im Mittelalter entwickelte sich die Zunft der Seifensieder, doch im 19. Jahrhundert stellte die Industrie Seife nach neuen Rezepten her. Das erste selbsttätige Waschmittel kam 1907 auf dem Markt, eine Mischung aus Perborat, Silikat, Seife, Soda und Wasser. Damit löste sich der Schmutz von selber aus den Textilien. Im 20. Jahrhundert wandte sich das Blatt und die Hausfrauen wuschen ihre Wäsche mit einer Waschmaschine. Dazu benötigte man neue Waschmittel. Es wurden synthetische Tenside als waschaktive Stoffe hergestellt. Die waren durch ihre Inhalte schwer abbaubar und erzeugten in den 1950er Jahren massive Schaumberge auf Flüssen und Bächen. Die phosphathaltigen Waschmittel führten zu einer Überdüngung stehender und langsam fließender Gewässer.

Erst 1961 folgten auf nationaler und europäischer Ebene Gesetze, Verordnungen und Richtlinien zum Einsatz umweltverträglicher Tenside. Phosphatmengen und andere Inhaltsstoffe sollten reduziert werden und die Verbraucher über bestimmte Inhaltsstoffe und Anwendungen informiert werden. Mit Hilfe von Selbstverpflichtung der Industrie und der zuständigen Behörde für Wasch-und Reinigungsmittel konnten umweltschädliche Substanzen reduziert oder durch umweltverträgliche Stoffe ersetzt werden.

 

Umwelt- und Gesundheitsbelastungen

Werden Wasch- und Reinigungsmittel benutzt, gelangen dessen Inhaltsstoffe ins Abwasser. Stoffmengen im Jahr:

  • Ca. 194.000 Tonnen Tenside
  • Ca.   32.000 Tonnen Phosphate
  • Ca.     8.000 Tonnen Duftstoffe
  • Ca.        450 Tonnen Optische Aufheller

Trotz jeder Vorsicht sind viele Inhaltstoffe der Wasch-und Reinigungsmittel nach wie vor schwer abbaubar:

  • Phosphonate
  • Polycarboxylate
  • EDTA
  • Optische Aufheller
  • Verschiedene Duftstoffe
  • Konservierungsstoffe

Werden diese Stoffe nicht vollständig in der Kläranlage zurückgehalten oder abgebaut, gelangen sie in die Gewässer bzw. Wasserorganismen, wo sie sich anreichern können. Umweltschädliche Bestandteile von Wasch-und Reinigungsmitteln können sich auch im Klärschlamm ansammeln. Kommen diese auf landwirtschaftliche Flächen, werden  Boden und Grundwasser belastet. Allergiker reagieren auf einige Duft-und Konservierungsstoffe mit Symptomen, die ihre  Gesundheit beeinträchtigen. Ein Ziel heute ist der ökologische Umgang mit Wasser. Dieses beinhaltet: eine möglichst geringe Belastung des Abwassers, die Erhaltung und Verbesserung der Trinkwasserqualität, sowie Einsparung am Trinkwasser.

 

Inhaltstoffe in Wasch- und Reinigungsmitteln

Die Inhaltstoffe von Waschmittel enthalten Bestandteile von Tenside, Enthärter, Bleichmittel und Enzyme. Reinigungsmittel setzen sich zusammen aus Tenside, Säuren und Akalien, Lösemittel, Koplexbildner und Dispergatoren.

Woran erkenne ich umweltverträgliche Produkte?

Das europäische Umweltzeichen Euroblume oder EU Eco-Label bietet dem Verbraucher die Möglichkeit umweltfreundliche Produkte zu erkennen und sich auf einfachem Wege umweltschonend zu entscheiden. Nur dieses Zeichen wird durch neutrale staatliche Gremien auf Grundlage wissenschaftlich begründeter Kriterien vergeben. Des Weiteren gibt es eine ganze Reihe firmeneigener Symbole, die aber ohne Beteiligung der Öffentlichkeit und ohne umweltspezifische Prüfung des Produktes angebracht werden.

 

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