Wie Waschmaschine und Waschmittel das Wäschewaschen revolutionierten

Waschen als wöchentlicher Kraftakt

Eine kräftezehrende undIndugastra Bolg: Wäscheleine mit zwei Klammern und braunem und rotem Tuch gesundheitsschädigende Handarbeit war noch zu Beginn des 20. Jahrhunderts das Wäschewaschen. Für die Frauen der damaligen Zeit war der Großwaschtag eine Schinderei. Fazit: geschwollene und zerschundene Hände. Für die heutige Generation unvorstellbar; doch noch um die Jahrhundertwende war Wäschewaschen der zeitaufwendigste und kraftraubendste Part der Hausarbeit.

Jedes Mal war es die gleiche Tortur, die der kräftezehrende Waschtag abverlangte:

  • Am Abend zuvor die Wäsche sortieren (Weiß-, Bund- und Wollwäsche)
  • Brennmaterial für die Beheizung des Waschtopfs oder Waschkessels herbeischaffen
  • Wäsche sortieren, im Waschbottich mit Soda einweichen und über Nacht stehen lassen
  • In aller Frühe im Waschkessel Wasser einfüllen und Feuer anzünden
  • Eingeweichte Wäsche auswringen, einseifen und Flecken herausbürsten
  • Im Waschkessel Waschpulver einfüllen, sortierte Wäsche hineingeben
  • Kochbrühe mit einem Holzstab mehrmals umrühren, Wäsche in der Lauge bewegen und niederdrücken
  • Nach dem Kochen die Wäschestücke herausnehmen, einzeln auf dem Waschbrett rubbeln, in der Waschwanne schwenken und so oft das Wasser erneuern, das es klar wird
  • Zuletzt Waschkessel gründlich säubern

Manchmal dauerte dieser Vorgang mehrere Tage, aber damit war die Arbeit noch nicht getan. Nun musste die Wäsche gebügelt oder geplättet bzw. gerollt oder gemangelt werden. Dieser Vorgang beinhaltete: Wäschestücke sortieren, in Form ziehen, anfeuchten und zusammenrollen. Besondere Teile wie Herrenhemden, Hemdkragen und- Manschetten, Tischwäsche und Schürzen wurden vor dem Bügeln mit roher oder angekochter Stärke angerührt und gestärkt.

Frauen aus dieser Zeit tragen schwere Knochen- und Muskelerkrankungen davon, wie geschwollene, zerschundene Hände – vom Rubbeln am Waschbrett – oder Sehnenscheidentzündungen, Rückenschmerzen und Unterleibserkrankungen – vom schweren Heben.

Die Geschichte der Waschmaschine

Die Überlegung, wie vereinfacht man den mühseligen Waschvorgang, damit der Haushalt einfacher von der Hand geht, reicht bis in das 17. Jahrhundert zurück. Im Jahre 1691 wurde in Großbritannien ein erstes Patent für eine Waschmaschine angemeldet, deren Funktionsweise heute leider nicht mehr bekannt ist. In langsamen kleinen Schritten entwickelte sich die damalige Waschmaschine. Der Regensburger Theologe Jacob Christian Schäffer entwickelte 1767 eine Rührflügelmaschine. Bekannt wurde sie unter dem Satz Die bequeme und höchst vorteilhafte Waschmaschine.

1797 erhielt der US-Amerikaner Nathaniel Briggs ein Patent auf eine Waschmaschine. Zudem tauchten in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts in Amerika, England und Deutschland verschiedene Dampfwaschmaschinen auf.  Unter diesen befanden sich kleine Öfen mit einem Aufsatz aus Blech, in dem eine Trommel lag. Jedoch mussten diese Geräte immer noch per Hand – mittels einer Kurbel oder Ähnlichem – angetrieben werden. Schon in dieser Zeit waren solche Waschmaschinen eine kleine Erleichterung im Haushalt. Doch noch immer gehörte die Wäsche zu den mühevollsten Tätigkeiten im Haushalt. Erst 1901 wurde von dem Amerikaner Alva J. Fischer die erste elektrische Waschmaschine entwickelt. In diesen Tagen war in Deutschland elektrischer Strom noch Mangelware; doch der elektrische Antrieb setzte sich immer mehr durch. Mit dem Werbespruch in einem Werbeprospekt: „ Die mühevolle Große Wäsche“ besorgt für Sie die „Constructa“ vom Einweichen bis zum Trockenschleudern. Natürlich völlig selbsttätig und ohne Aufsicht – eben wirklich vollautomatisch, brachte 1951 die Maschinenfabrik Peter Pfennigsberg in Düsseldorf-Oberkassel, die erste vollautomatische Waschmaschine auf dem Markt. Aber bei einem Preis von ca. 2.000,- DM war die Constructa für Normalverbraucher, mit einem durchschnittlichen Jahresentgelt von ca. 3.579.- DM Brutto unerschwinglich.

In den nächsten Jahren wurde die vollautomatische Waschmaschine immer weiterentwickelt und technisch verbessert. Zu erkennen ist eine deutliche Erleichterung; jedoch das Be- und Entladen ist bis heute geblieben.

Weitere Produkte wurden im Laufe der Zeit entwickelt. Einen sogenannten Wäscheschleuder, ein Gerät zum Auswringen der Wäsche, ersetzt heute ein hochtouriger Schleudergang in der Waschmaschine.Indugastra Bolg: Waschmaschine

Dank des pausenlosen Fortschritts brachte Miele 1958 den ersten Wäschetrockner in Europa auf den Markt. Ende der 50er Jahre galt die Waschmaschine als Luxusartikel, wobei sie heute nicht mehr wegzudenken ist.

Die Geschichte des Waschmittels

Der lange Weg des Waschmittels reicht zurück bis in die Zeit der Sumerer (ca.2.500 v.Chr.). Sie stellten aus Holzasche und Öl eine seifenähnliche Substanz her. In Deutschland wurde die Wäsche bis in das 18. Jahrhundert im Fluss gewaschen und dabei am Stein gerieben. Die Lauge bestand anfangs aus Buchenasche und abgestandenem Urin. Doch gab es bereits seit dem 14. Jahrhundert Indugastra Bolg: blaues WaschspraySeifensieder-Zünfte, allerdings war Seife ein Luxusartikel. Und so wurde die Lauge noch bis Ende des 19. Jahrhundert beibehalten. Erst die Entdeckung von Soda machte Seife billiger. Das erste richtige Waschpulver kam 1880 auf dem Markt. Deren Hauptbestandteil war Seifenpulver, dem Soda beigemischt wurde. Das erste selbsttätige Waschmittel – Persil – wurde im Jahr 1907 von der Fa. Henkel produziert. Es setzte sich aus NatriumPERborat und SILlikat zusammen. Das Natriumperborat bleichte Flecken und Silikat transportierte abgelösten Schmutz.

Danach erfolgten weitere Entwicklungen:
1932: Heinrich Gottlob Bertsch erfand das erste vollsynthetische Feinwaschmittel (FEWA)
1968: zusetzen von Enzymen zum Abbau von Fett, Eiweiß und Stärke
1986: Die ersten phosphatfreien Waschmittel (Entlastung der Gewässer)
1992: erstes Color-Waschmittel
1994: Einführung Superkonzentrat-Waschmitteln

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